Der Aperol Spritz ist mehr als ein Drink – er ist das Symbol für das entspannte italienische „aperitivo“, das sich seit Jahren in ganz Europa verbreitet hat. Doch nicht jeder Aperol‑Genießer muss dafür tief in die Tasche greifen. Eine aktuelle Analyse von Eurochange, dem Spezialisten für Reisegeld, hat die durchschnittlichen Preise in 38 beliebten Touristenzielen verglichen und liefert klare Hinweise, wo das orangefarbene Glas am preiswertesten ist.
Wie der Aperol Spritz Index entsteht
Eurochange hat für den jährlichen Aperol Spritz Index die ersten drei Google‑Ergebnisse zu "bestes Aperol Spritz in
Die Analyse deckt sowohl Metropolen als auch kleinere Küstenorte ab und berücksichtigt Preisunterschiede je nach Saison nicht, sondern liefert einen Jahresdurchschnitt. Das Ergebnis: Ein überraschend breites Preisspektrum von nur 2 € in Neapel bis zu über 16 € in Mailand.
Die Top‑5 der günstigsten Aperol‑Spots
Auf Platz eins des Rankings steht Neapel, die süditalienische Hafenstadt, mit einem durchschnittlichen Preis von lediglich 2 € pro Glas. Die Nähe zu den Produktionsstätten von Aperol und ein hoher Wettbewerb unter den Bars tragen zu diesem Rekord bei. Auf dem Podium folgen Palermo (4 €) und die bulgarischen Schwarzmeerorte Varna (4,75 €) sowie Burgas (4,92 €). Diese Städte kombinieren touristische Attraktionen mit einer lockeren Preispolitik, die besonders für Rucksacktouristen attraktiv ist.
Den fünften Platz belegt Marmaris in der Türkei mit 6,32 €. Trotz der geografischen Distanz zum Ursprungsland Italien zeigen die Ergebnisse, dass das Spritz‑Erlebnis nicht zwingend an die italienische Küste gebunden ist – vielmehr lässt sich das sprudelnde Getränk zu erschwinglichen Preisen in vielen Mittelmeerregionen finden.
Italien: Das zweischneidige Schwert
Italien belegt sowohl die günstigsten als auch die teuersten Positionen im Index. Während Neapel das billigste Angebot bietet, ist Mailand mit 16,66 € pro Glas das teuerste Ziel in ganz Europa. Rom folgt dicht dahinter mit durchschnittlich 14 €. Diese Preisunterschiede spiegeln die unterschiedliche Zielgruppe wider: Während Süditalien vor allem von preisbewussten Backpackern und Studenten frequentiert wird, ziehen die wohlhabenderen Besucher in den wirtschaftlichen Zentren des Nordens ein, wo Bars und Hotels höhere Margen ansetzen.
Für Reisende, die das authentische italienische Aperitivo‑Erlebnis suchen, bedeutet das: Im Süden zu trinken, spart Geld, während im Norden ein Glas Spritz eher ein Luxus‑Genuss ist. Die Preisunterschiede können zudem als Indikator für die allgemeine Kostenstruktur in den jeweiligen Regionen gesehen werden, von Unterkunft bis zu Restaurantpreisen.
Wie Österreich im Vergleich dasteht
Interessanterweise fehlt Wien im aktuellen Index, weil Eurochange bei den Suchbegriffen keine klaren Preisangaben für den Aperol Spritz finden konnte. Lokale Quellen berichten jedoch, dass ein Glas in Wiener Trendbars zwischen 7 € und 11 € kostet – also etwa im Mittelfeld des europäischen Spektrums. In Salzburg und Graz liegen die Preise ähnlich, wobei saisonale Events wie die Salzburger Festspiele zu leichten Aufschlägen führen können.
Für Österreichs Tourismussektor ist das ein Hinweis, dass das Land – trotz fehlender Aufnahme im Index – ein konkurrenzfähiges Aperitivo‑Umfeld bietet. Gerade für Besucher aus Nachbarländern, die die italienische Kultur in einer deutschsprachigen Umgebung erleben wollen, kann das Preis‑Leistungs‑Verhältnis ein entscheidender Faktor sein.
Weitere preiswerte Aperitivo‑Städte
Abseits der Top‑5 gibt es weitere Destinationen, die ein gutes Preis‑Leistungs‑Verhältnis versprechen. In Albanien liegt Saranda bei 6,71 €, während Dhermi mit 7,46 € etwas teurer, aber noch erschwinglich bleibt. Gran Canaria (Spanien) und Zadar (Kroatien) kosten rund 7,26 € bzw. 7,27 € – ideale Ziele für Sonnenanbeter, die nach einem günstigen Drink am Strand suchen.
Im Westen Europas liegt Faro (Portugal) bei 7,70 €, und die griechische Insel Kefalonia bietet den Spritz für 7,50 €. Diese Zahlen zeigen, dass das Spritz‑Erlebnis nicht nur in Süditalien, sondern in vielen Mittelmeer‑ und Atlantikregionen preiswert zu genießen ist.
Was bedeutet das für Reisende und die Gastronomie?
Der Aperol Spritz Index liefert nicht nur einen Preis‑Check, sondern beeinflusst das Marketing vieler Bars. Betreiber in teureren Städten wie Mailand oder Rom nutzen den hohen Preis als Qualitätsmerkmal, während Destinationen mit niedrigen Preisen das Spritz als „Must‑Try“ für Budget‑Reisende bewerben. Für Touristen bedeutet das: Ein Blick auf den Index hilft, das Reisebudget realistisch zu planen und gleichzeitig authentische lokale Erlebnisse zu finden.
Gastronomen könnten die Ergebnisse nutzen, um ihre Preisstrategie zu überdenken. Ein leichtes Anheben des Preises in einer Stadt mit starkem Wettbewerb könnte höhere Margen schaffen, während ein Preis‑Drop in teureren Metropolen das Interesse von Preis‑sensiblen Gästen wecken könnte. Der Trend zu lokalen, handwerklich hergestellten Aperitifs könnte zudem zu einer Diversifizierung des Angebots führen.
Ausblick: Wie wird der Index 2025 aussehen?
Eurochange plant, den Aperol Spritz Index jährlich zu aktualisieren und dabei weitere Faktoren wie saisonale Schwankungen und Wechselkurse zu berücksichtigen. Angesichts steigender Energie‑ und Rohstoffpreise könnte der Durchschnittspreis in vielen europäischen Städten leicht anziehen. Gleichzeitig könnten neue Touristenziele – etwa aufstrebende Balkan‑Städte – in die Top‑10 aufsteigen, wenn sie gezielt auf das Aperitivo‑Segment setzen.
Für Reisende, die den Cocktail nicht nur trinken, sondern auch die Kultur dahinter erleben wollen, bleibt das Wichtigste, lokale Bars zu erkunden, die Geschichte des Aperitivo zu erzählen und dabei das Preis‑Leistungs‑Verhältnis im Auge zu behalten. Der Aperol Spritz bleibt ein Symbol für geselliges Beisammensein – und dank des Index können wir jetzt noch bewusster entscheiden, wo wir unser Glas heben.